DiSEqC-Einstellungen

DiSEqC – Digital Satellite Equipment Control – wurde durch den Satellitenbetreiber Eutelsat als offener Standard eingeführt. Er ermöglicht es Receivern, Elemente der Außenanlage wie LNBs, Multischalter und Rotoren zu steuern. In den meisten Fällen wird DiSEqC für die Umschaltung zwischen Satellitenpositionen verwendet. Es gibt verschiedene DiSEqC-Level. TransEdit unterstützt DiSEqC bis einschließlich Level 1.2 (d.h. bis zu 64 Satellitenpositionen und Schüsseln mit Drehmotor), sofern das DVB-S-Gerät und der Treiber das Senden solcher Kommandos erlauben.

Allgemeine Anmerkungen | DiSEqC-Auswahl | DiSEqC-Editor | Positioner-Konsole



Allgemeine Anmerkungen

In manchen Fällen funktioniert DiSEqC nicht wie erwartet. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

Die Situation wird zusätzlich dadurch kompliziert, dass Hersteller Geräte anderer Hersteller unter eigenem Namen vertreiben, mitunter mit modifiziertem Treiber. Wenn Sie sich nicht sicher sind, inwieweit Ihr Gerät DiSEqC unterstützt, oder welches Gerät für Ihre Zwecke geeignet ist, suchen Sie im DVBViewer Forum nach Informationen oder fragen Sie andere Anwender nach ihren Erfahrungen. Oft wissen nicht mal die DVBViewer-Entwickler, ob es funktioniert, da es unmöglich ist, alle verfügbaren Geräte unter allen Bedingungen zu testen.

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DiSEqC-Auswahl im Hauptfenster

Die linke Seite des TransEdit-Hauptfensters bietet eine Dropdown-Liste, mit der Sie die DiSEqC-Einstellung für eine Transponderliste bzw. eine Satellitenposition festlegen.

Hinweise für den DVBViewer Pro: Öffnen Sie den Senderlisten-Editor. Selektieren Sie einen Stammordner, der eine Satellitenposition repräsentiert. Wählen Sie die erforderliche DiSEqC-Einstellung in der DiSEqC-Dropdown-Liste. Bei „Preset Position“ erscheint ein Eingabefeld, in dem Sie die Nummer eintragen, die der gewünschten Satellitenposition entspricht (siehe oben). Geben Sie bei „Angular Position“ zunächst die korrekte Orbitalposition ein, so wie sie im TransEdit-Hauptfenster angezeigt wird. Zusätzlich braucht der DVBViewer die geographische Breite (Latitude) und Länge (Longitude) des Standortes, um „Angular Position“-Kommandos zu berechnen. Sie werden zur Eingabe aufgefordert, falls die Angaben fehlen. Hinweise zur Einstellung „Extended“ finden Sie am Ende des Abschnitts über den DiSEqC-Editor.

Klicken Sie abschließend auf „Übernehmen“, um alle in dem Stammordner enthaltenen Sender auf die neue Einstellung zu aktualisieren. Bitte beachten: Obwohl es der DVBViewer Pro erlaubt, DiSEqC pro Sender festzulegen, sind einheitliche DiSEqC-Einstellungen in einem Stammordner dringend zu empfehlen, um eine klare Struktur und einfache Handhabbarkeit der Senderliste zu erhalten.

Hinweise für den DVBViewer GE: Selektieren Sie einen Stammordner in der Kanalliste. Öffnen Sie die DVB Netzwerk-Eigenschaften über das entsprechende Symbol am unteren Rand. Wählen Sie die erforderliche DiSEqC-Einstellung in der DiSEqC-Dropdown-Liste. Bei „Preset Position“ erscheint ein Eingabefeld, in dem Sie die Nummer eintragen, die der gewünschten Satellitenposition entspricht (siehe oben). Geben Sie bei „Angular Position“ und „Extended“ zunächst die korrekte Orbitalposition ein, so wie sie im TransEdit-Hauptfenster angezeigt wird. Zusätzlich braucht der DVBViewer die geographische Breite (Latitude) und Länge (Longitude) des Standortes, um „Angular Position“-Kommandos zu berechnen. „Extended“ erfordert, dass zuvor in TransEdit eine DiSEqC-Kommandosequenz für die Satellitenposition eingegeben wurde (siehe unten). Klicken Sie abschließend auf „Übernehmen“.

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Der DiSEqC-Editor

Der DiSEqC-Editor – als Erweiterung des TransEdit-Hauptfensters – ermöglicht es, eine Folge von DiSEqC-Kommandos einzugeben. Dies ist bei kaskadierten Elementen erforderlich (z.B. bei einem Drehmotor hinter einem Multischalter), die mehr als ein DiSEqC-Kommando pro Satellitenposition brauchen. Zusätzlich können Sie den DiSEqC-Editor für ein Feintuning der oben aufgelisteten Einzelbefehle verwenden, indem Sie Verzögerungen (Delay) ergänzen oder TransEdit den Befehl wiederholt senden lassen, was hilfreich sein kann, wenn die Kommunikation zwischen dem DVB-S-Gerät und einem Schalter nicht zuverlässig funktioniert.

Ein Klick auf „Apply“ im Hauptfenster weist eine (geänderte) Sequenz der selektierten Transponderliste bzw. Satellitenposition zu und speichert sie in der Datei DiSEqC.xml (bzw. DiSEqC.ini bei einer DVBViewer GE-Installation), die sich im Konfigurationsordner befindet (siehe „Info/ Configuration Folder“ in TransEdit).

Bei Auswahl einer anderen Transponderliste im Hauptfenster ohne vorheriges „Apply“ verwirft TransEdit alle Änderungen im Editor-Fenster.

Eine DiSEqC-Sequenz ist eine Folge von Kommandos. Das Hinzufügen eines Befehls beginnt mit der Auswahl des Empfängers („Address“), gefolgt von der Auswahl des Kommandos („Command“) und Eingabe eines Datenwertes. Im DiSEqC-Editor stehen folgende Adressen und Kommandos zur Auswahl:

TransEdit legt normalerweise nach dem Senden der oben beschriebenen Pos/Opt, Preset Position oder Angular Position-Kommandos selbsttätig eine Pause von 100 ms ein, um die Ausführung zuverlässiger zu gestalten. Um maximale Flexibilität zu bieten, ergänzt TransEdit jedoch keine Verzögerung, wenn das Kommando Teil einer im Editor definierten Sequenz ist, sondern überlässt es Ihnen, Pausen manuell festzulegen.

Sie können deshalb probeweise die im Hauptfenster wählbaren (aktualisierten) Pos/Opt-Kommandos ersetzen, indem Sie auf „Extended“ umschalten und im DiSEqC-Editor die entsprechenden Befehle vom Typ „Committed [Unchanged]“ einfügen, um das Scannen und die Senderumschaltung zu beschleunigen. Zusätzlich ist es einen Versuch wert, dabei die standardmäßige Verzögerung von 100 ms hinter dem Befehl wegzulassen – testen Sie, ob es bei Ihnen funktioniert.

Die eingegebenen DiSEqC-Kommandos werden in der Kommando-Liste („Command List“) gesammelt, die die DiSEqC-Sequenz repräsentiert. Die folgenden Editor-Befehle beziehen sich auf den selektierten Eintrag bzw. die selektierten Einträge. Halten Sie für eine Mehrfachauswahl die Strg- oder Umschalttaste gedrückt, während Sie Einträge in der Liste anklicken.

Die Text-Repräsentation der DiSEqC-Kommandos – so wie in der Windows-Ablage gespeichert – ist für ein Einfügen im DiSEqC-Editor des DVBViewer Pro 4.0.0.0 oder früherer Versionen geeignet.

Copy und Paste sind nützlich, wenn Sie eine größere Anzahl ähnlicher Kommandosequenzen für verschiedene Satellitenpositionen eingeben möchten. Das Kontext-Menü, dass nach einem Rechtsklick auf die Liste erscheint, enthält die zusätzlichen Editor-Befehle Select All (alles auswählen) und Delete (löschen).

Weitere Informationen zu DiSEqC-Kommandos bietet die PDF-Datei DiSEqC für Techniker.

Hinweise für den DVBViewer Pro: Der DVBViewer Pro übernimmt in TransEdit eingegebene Kommandosequenzen aus der Datei DiSEqC.xml und enthält selbst einen DiSEqC-Editor, auf den der größte Teil der obigen Beschreibung zutrifft. Öffnen Sie den Senderlisten-Editor. Selektieren Sie einen Stammordner, der eine Satellitenposition repräsentiert. Wählen Sie die DiSEqC-Einstellung „Extended“. Geben Sie, falls noch erforderlich, die korrekte Orbitalposition ein, so wie sie im TransEdit-Hauptfenster angezeigt wird, und klicken Sie auf „Übernehmen“, um alle enthaltenen Sender zu aktualisieren. Klicken Sie dann auf „Bearbeiten“, um den DiSEqC-Editor zu öffnen. Nach der Eingabe oder Änderung von Kommandos klicken Sie auf „Übernehmen“ im DiSEqC-Editor.

Hinweise für den DVBViewer GE: Der DVBViewer GE bietet keinen DiSEqC-Editor. Er kann jedoch DiSEqC-Kommandosequenzen ausführen, die zuvor in TransEdit eingegeben wurden. Selektieren Sie einen Stammordner in der Kanalliste. Öffnen Sie die DVB Netzwerk-Eigenschaften über das entsprechende Symbol am unteren Rand. Wählen Sie die DiSEqC-Einstellung „Extended“. Geben Sie, falls noch erforderlich, die korrekte Orbitalposition ein, so wie sie im TransEdit-Hauptfenster angezeigt wird, und klicken Sie auf „Übernehmen“.

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Die Positioner-Konsole

Der Menüpunkt „Positioner“ im TransEdit-Hauptmenü öffnet die Positioner-Konsole. Sie ist nur verfügbar, wenn unter „Settings/ Hardware“ ein DiSEqC 1.2-fähiges Gerät aufgelistet ist. Die Positioner-Konsole bietet Kommandos für die Einrichtung einer Drehmotor-Anlage, und ermöglicht die Eingabe der geographischen Breite (Latitude) und Länge (Longitude), die für die Ausführung von „Angular Position“-Kommandos erforderlich sind. Falls eine Satelliten-Transponderliste im Hauptfenster selektiert ist, zeigt die Konsole zusätzlich von TransEdit berechnete standortabhängige Winkel an (Azimut und Elevation der Satellitenposition, Motor-Winkel).

Der erste Schritt ist die Auswahl des DVB-S-Gerätes in der Device Dropdownliste – natürlich eines, das an einen Drehmotor angeschlossen ist. Die Konsole initialisiert und „besetzt“ das Gerät, sobald Sie eine der Kommando-Schaltflächen anklicken. Wenn es bereits durch eine laufende DVBViewer-Instanz belegt ist, erhalten Sie eine Fehlermeldung.

Wenn der Drehmotor an einen DiSEqC-Schalter angeschlossen ist, muss die Konsole wahrscheinlich DiSEqC-Kommandosequenzen anstatt einzelner Kommandos senden. Geben Sie in diesem Fall zunächst eine passende Sequenz für eine Satellitenposition im DiSEqC-Editor ein, die zumindest einen Positioner-Befehl enthält („Preset Position“ oder „Angular Position“), und klicken Sie „Apply“ im Hauptfenster an. Sorgen Sie dafür, dass diese Satellitenposition im Hauptfenster selektiert ist. Danach wird die Positioner-Konsole die Sequenz senden, wenn Sie eine der Kommando-Schaltflächen anklicken, aber alle enthaltenen Positioner-Kommandos (inklusive Wiederholungen) durch das Kommando ersetzen, das der Schaltfläche entspricht.

Die Positioner-Konsole bietet die folgenden Kommandos:

Drive West/East“ erlaubt es, eine Satellitenposition zu suchen. Um Feedback zu erhalten, starten Sie den TransEdit Analyzer. Lassen Sie ihn einen Transponder der gesuchten Position empfangen, der mit Sicherheit Daten liefert. Stellen Sie zusätzlich sicher, dass der Analyzer das gleiche Gerät wie die Konsole verwendet, indem Sie es unter „Settings/ Hardware“ auf „Preferred“ (bevorzugt) stellen, falls erforderlich. Bewegen Sie nun den Motor, bis der Anaylzer ein Signal mit höchstmöglicher Qualität empfängt (sofern der Treiber des Gerätes brauchbare Angaben liefert, was nicht bei allen der Fall ist) und die Anzahl fehlender Datenpakete (Spalte „Missing“) nicht kontinuierlich ansteigt. Speichern Sie zum Abschluss die Motorposition mit dem „Store Preset“-Kommando.

Disable Limits“ muss mit Vorsicht angewendet werden, da der Versuch, den Motor über seine mechanischen Grenzen hinaus zu drehen, Schäden verursachen kann. Deshalb blendet die Positioner-Konsole eine Warnung ein, die Gelegenheit gibt, den Vorgang abzubrechen, bevor sie das Kommando sendet.

Die PDF-Datei „Positioner Application Note“ von Eutelsat enthält zusätzliche (technische) Informationen über die oben beschriebenen Kommandos in Englisch.

Site Data (Standort-Daten): Um „Angular-Position“-Kommandos berechnen zu können, braucht TransEdit die geographische Breite (Latitude) und Länge (Longitude) Ihres Standortes. Geben Sie sie im „Site Data“-Bereich ein. Falls Sie die Werte nicht wissen, suchen Sie im Internet – es gibt diverse Internet-Seiten, die diese Angaben liefern. Ein Klick auf „Apply“ veranlasst TransEdit, die Länge und Breite in die Datei DiSEqC.xml zu schreiben (bzw. DiSEqC.ini bei einer DVBViewer GE-Installation), die sich im Konfigurationsordner befindet (siehe „Info/ Configuration Folder“ in TransEdit).

Hinweise für den DVBViewer Pro: Der DVBViewer Pro bietet keine Positioner-Konsole. Die geographische Breite und Länge können jedoch mit der Standort-Schaltfläche im Senderlisten-Editor eingegeben oder geändert werden. Die Standort-Schaltfläche erscheint, wenn für DiSEqC „Angular Position“ oder „Extended“ eingestellt ist.

Hinweise für den DVBViewer GE: Der DVBViewer GE bietet keine Positioner-Konsole. Die geographische Breite und Länge können jedoch in den DVB Netzwerk-Eigenschaften eingegeben oder geändert werden, wenn für DiSEqC „Angular Position“ oder „Extended“ eingestellt ist. Selektieren Sie in der Kanalliste einen Stammordner, der eine Satellitenposition repräsentiert, und öffnen Sie die DVB Netzwerk-Eigenschaften mit dem entsprechenden Symbol am unteren Rand.

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